Für beste Pistenqualität werden die Pisten  täglich ab 17:00 Uhr präpariert!

TECHNIK & UMWELT

Wie Frau Holles Assistenten arbeiten & welche Technik sich am Berg befindet!

Du willst einen Blick hinter die Kulissen eines Skiberges werfen? Dann bist du hier genau richtig! Erfahre hier mehr zu den Themen PistenpräparierungSchnee-Erzeugung und hole dir Infos zu folgenden Punkten:​
 



Pistenpräparierung

Was ist eine gute Schneesportpiste?

Die meisten Schneesportler bevorzugen eine homogene Piste mit möglichst wenig Schäden und Überraschungen, wie Löcher oder Ansammlungen von weichem Schnee. Damit eine Piste den Eigenschaften der modernen Skis und Snowboards gerecht wird, muss der Schnee möglichst hart, jedoch nie eisig sein.

Wie entsteht eine gute Schneesportpiste?

Zwei unterschiedliche Prozesse sind dafür verantwortlich, dass Schnee hart oder fest wird: der Gefrier- und der Sinterprozess. Der wahrscheinlich bekanntere Vorgang ist das Gefrieren: Wenn sich Schnee auf Null Grad Celsius erwärmt (z.B. durch Sonne oder Regen), fängt er an zu schmelzen.

Kühlt sich das Schnee-Wassergemisch wieder ab, gefriert das Wasser und wird zu Eis. Je nach Menge des vorhandenen Wassers wird die Piste dadurch hart bis eisig. Diesen Gefrierprozess machen sich die Organisatoren von Weltcuprennen oft zu Nutze: Einige Tage vor dem Rennen tränken sie den Schnee mit Wasser. Für Nichtrennfahrer sind diese Pisten aber schwierig zu bewältigen.

Bei der Präparation der Pisten für den Breitensport ist darum nicht der Gefrierprozess (ausgenommen im Frühling), sondern der Sinterprozess entscheidend.



Woher kommt die weiße Pracht?



Die grüne Seilbahn

„Die grüne Seilbahn beschreibt die Bestrebungen einer umfassenden, nachhaltigen, ressourcenschonenden und umweltorientierten Unternehmenspolitik der Planai-Hochwurzen-Bahnen.

Mehr als 99% der Pistenflächen befinden sich auf fremdem Grund und Boden. Die Planai-Hochwurzen-Bahnen legen größten Wert auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, den Grundbesitzern, Waldgenossenschaften sowie der örtlichen Bevölkerung und den im Natur- und Umweltbereich engagierten Institutionen und Organisationen (z. B. Alpenverein, Bergführer etc.).



Ressourcenschonendes Schneemanagement

Möglichst viel Schnee in möglichst kurzer Zeit zu machen, wird in Zukunft nicht mehr genug sein. Vielmehr geht es darum, effizient, kostengünstig, ökologisch verträglich und damit ressourcenschonend Schnee zu produzieren und nicht einfach aus allen Schneigeräten zu feuern.

Das ressourcenschonende Schneemanagement beinhaltet folgende wichtige Faktoren:

  • Pistendesign und Pistenbau
  • Begrünung / Sommerbewirtschaftung
  • Technische Ausstattung der Beschneiungsanlage (Hybridanlagen: Lanzen- und Propellerschneigeräte)
  • Effizienter Einsatz der Beschneiungsanlage und Schneigeräte (je nach unterschiedlichen äußeren Bedingungen)
  • Schneiteiche, Ringleitungen
  • Mehrfachnutzung von Wiesen / Weiden (Forstwege sind Skiwege, Schneiteiche für Brandschutz etc.)
  • Automatische Schneehöhenmessung mittels Pistengerät


Ziel ist es, eine gleichmäßig verteilte, kompakte Schneeschicht auf den Pisten zu haben – und möglichst nirgends zu wenig oder zu viel Schnee.

Ein Bestandteil dieses Projekts ist die Verwendung eines elektronischen Schneehöhenmessgeräts, dass sich direkt im Pistengerät befindet. Diese Weltneuheit funktioniert auf GPS-Basis und wurde gemeinsam mit den Firmen PowerGIS aus Salzburg und der Firma Kässbohrer auf der Planai entwickelt.

Wie funktioniert dieses System?

Im Pistengerät ist die GPS-Infrastruktur eingebaut. Diese kann das ursprüngliche Gelände und die Schneehöhe vermessen (Abweichung nur ca. 3-5 cm). Die Basis dafür bildet eine genaue Aufnahme des ursprünglichen Geländes im Sommer, das neue Gerät kann über die Differenz die Schneehöhe feststellen. Der Pistengerätfahrer kann die Schneehöhe, die sich unter ihm befindet, direkt und sofort am Display ablesen. Die Vermessungsdaten können auch grafisch dargestellt und als Landkarte mit Schneehöhen ausgedruckt werden – somit können Schneedepots und schwächere Schneeauflagen sofort erkannt werden.
 

Was ist der Nutzen der automatischen Schneehöhenmessung?

  • Sie ermöglicht dem Pistengerätfahrer eine gleichmäßige Verteilung des Schnees.
  • Die Übersicht der Schneeauflage auf einer Karte ermöglicht dem Unternehmen eine gezielte Schneeproduktion und das Auffinden von Schneedepots.
  • Die Schneehöhenmessung reduziert damit die Kosten der Schneeproduktion und Pistenpräparierung.

Ein weiterer Vorteil ist, dass man den Wirkungsgrad und die Leistungsfähigkeit seiner Schneeanlage dokumentieren und daraus eine entsprechende Schneistrategie entwickeln kann.



Pistenbau & Begrünung

Die Planai-Hochwurzen-Bahnen sind bestrebt, den Bau und Betrieb der Pisten in Absprache mit den Grundbesitzern so zu gestalten, dass die landwirtschaftliche Nutzung positiv beeinflusst wird. In vielen Fällen tritt sogar eine Verbesserung gegenüber dem früheren Status quo ein, wenn etwa schlechte Waldbonitäten zu fruchtbaren Wiesen / Weiden umgewandelt werden. Auch die Mehrfachnutzung z. B. von Skiwegen / Forstwegen ist überaus sinnvoll und positiv.

 

Pistenbau

Der Grundstein für eine perfekte Piste im Winter und eine „grüne“ Piste im Sommer wird beim Bau gelegt. Baggerbauweise und Aufbringung von ausreichend Humus nach erfolgter Planierung sowie Entsteinung der Flächen sind Grundvoraussetzungen für einen späteren Erfolg.

 

Pistenbegrünung

Die Begrünung mit standortgerechten Pflanzen bzw. Samen ist ein weiterer wichtiger Schritt bei der Neuanlage einer Skipiste. Dazu wurden gemeinsam mit dem LFZ Raumberg-Gumpenstein geeignete Alpinsaatgutmischungen entwickelt.



Öko-Auditierung

Öko Auditierung: Der Wintersport besitzt im Alpenraum eine große touristische und damit auch regionalwirtschaftliche Bedeutung. Die bisherige Entwicklung des Skisports war aber auch mit der räumlichen Ausdehnung der Skigebiete und der ständigen Erweiterung der Kapazitäten verknüpft.

 

Verschiedene Studien zu Skigebieten zeigten folgende Belastungen:

  • qualitative und quantitative Veränderungen des Skigebietes durch Pistenaus- bzw. –umbau mit Planieren und Rodungen
  • Skibetrieb (mechanische Schädigung, Störung von Wildtierlebensräumen)
  • Die für viele Skigebiete charakteristische Doppel- bzw. Mehrfachnutzung alpiner Lebensräume durch Wintersport, Almwirtschaft, Forstwirtschaft und einer sommertouristischen Nutzung, die vielfach nicht aufeinander abgestimmt erfolgt.

Jedoch gibt es vielfältige Möglichkeiten, Skigebiete aufzuwerten (z. B. über Sanierung von Schadstellen, langfristige Pflegekonzepte, Öffentlichkeitsarbeit und Lenkungsmaßnahmen etc.) und ihre Stabilität, aber auch ihre Eignung als Lebensraum für einheimische Tiere und Pflanzen zu verbessern.

Vor diesem Hintergrund stellte sich die Frage, welche Instrumente einen Entwicklungspfad der kontinuierlichen Aufwertung der skisportlich genutzten Flächen begünstigen. Dabei sollte die Eigenverantwortlichkeit die Basis bilden und die behördlichen Auflagen und Kontrollen eher zurückhaltend angewendet werden. Ein solches mögliches Instrument stellt das Öko-Audit dar.

Zur Umsetzung wurde im Dezember 1999 die Stiftung „pro natura – pro ski“ gegründet. Sie war Auftraggeberin des Projekts „Öko-Audit von skisportlich genutzten Flächen“. In diesem Zusammenhang wurden auch die verschiedenen Testskigebiete ausgewählt. Die Planai-Hochwurzen waren das einzige Skigebiet in Österreich, das teilgenommen hat.

 

Der Projektbericht enthält folgende Informationen:

In der problembezogenen differenzierten Bestandsanalyse wurden die Entwicklungsgeschichte des Skigebiets, die aktuellen Nutzungen, die aktuelle Vegetation und die wichtigsten winteraktiven Tierarten sowie die derzeitigen Belastungen ausführlich beschrieben. Auf der Grundlage dieser umweltrelevanten Daten erfolgte dann die Analyse und Bewertung der Ausgangsdaten zur Ermittlung der Schwachstellen. Im Verfahren der Stärken- und Schwächen-Analyse wurden in Zusammenarbeit mit den erfahrenen Mitarbeitern sowie externen Gutachtern die Stärken und Schwächen der einzelnen Themenbereiche herausgearbeitet und diskutiert. Aus den Ergebnissen der Umweltprüfung leitet sich das Umweltprogramm ab. Darin wurden alle Ziele und Maßnahmen themenbezogen formuliert, die zur Beseitigung der Schwachstellen führen und durch Zeitvorgaben und Festlegung der Priorität konkretisiert.

 

Zitat aus dem Bericht:

„Insgesamt bestätigt sich das bereits bekannte Bild der Planaibahn als eine im „grünen“ Bereich bereits sehr fortschrittliche und sehr engagierte Bergbahn. Dies zeigt sich zum Beispiel bei der Erhebung punktueller Schäden, die sehr gering sind. Die großen Anstrengungen eine erosionshemmende Pflanzendecke herzustellen, auch nach Umbaumaßnahmen auf der Piste, sind daran deutlich ablesbar. Positiv ist auch die Zusammenarbeit mit der örtlichen Landwirtschaft im Bereich der Pistenpflege."

Hier geht's zur Öko Auditierung >>


Klimastudie "Stratege"

STRATEGE – Strategien zur nachhaltigen Raumentwicklung von Tourismusregionen unter dem Einfluss der globalen Erwärmung am Beispiel der Wintersportregion Schladming

Leitung: Univ. Prof. DI Dr. Ulrike Pröbstl, Universität für Bodenkultur, Wien

 

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wintersportregion Schladming und daraus abzuleitende Handlungsstrategien sind die Forschungsschwerpunkte des vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung finanzierten proVision-Projektes „STRATEGE“. Seit November 2005 erarbeitet Univ. Prof. Dr. Ulrike Pröbstl von der Universität für Bodenkultur gemeinsam mit einem interdisziplinären Forschungsteam und Partner aus der Seilbahnwirtschaft (Planai-Hochwurzen-Bahnen Schladming, Fachverband der Seilbahnen) Klimamodelle, Regionalanalysen und Marktuntersuchungen für die Region Schladming.

Die Analyse der Klimadaten ergab auch für Schladming bereits klare Anzeichen einer Veränderung. Verglichen mit den Verhältnissen in den 1960er und 1970er Jahren, standen im Zeitraum von 1988-2002 im Jänner nur mehr 60 % der Beschneiungsstunden zur Verfügung. Anders als viele globale Katastrophenszenarien für Schiregionen in niedrigen Lagen zeigt STRATEGE, dass aufgrund der günstigen örtlichen Verhältnisse des engen Tales auch in den kommenden Jahrzehnten Wintersport betrieben werden kann. Neue Strategien – ein Umschwung – sind jedoch spätestens ab 2030 gefragt.