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Der Name Planai

"Planai!" Dieser Name hat doch von allen anderen Schladminger Schibergnamen den schönsten Klang. Von uns wird sie nur die "göttliche" Planai genannt, die man sich ohne herrlichen Pulverschnee nicht denken kann.

Eigentlich heißt der Berg breit und poesielos: der "Schladminger Kaibling".
Mit diesen Zeilen beginnt ein Loblied auf die Planai in einem Aufsatz über Skitouren in den Schladminger Tauern im Jahrbuch des deutschen und österreichischen Alpenvereines aus dem Jahre 1916. Und damit ist, auch schon die Problematik einer scheinbaren Doppelbezeichnung aufgezeigt.
Wenn heute eigentlich nur mehr der Name "Planai" geläufig ist soll hier versucht werden, dem Geheimnis der geschichtlichen Umwandlung auf die Spur zu kommen.
Es würde sicher zu weit gehen, alle Vergleiche der Sprachentwicklung in den Alpen zu zitieren. Reichen diese doch zurück zu den illyrischen Anfängen über die romanisierten Volksstämme und die Germanen bis hin zur slawischen Besiedelung, die schließlich von den eindringenden Baiern assimiliert wurde. Differenzierte Auffassungen der Sprachforscher und verschiedene Dialekteinfärbungen mit allen Verschreibern lassen zudem noch einen Spielraum für Meinungsverschiedenheiten.
Namensforscher neigen auch dazu, dass viele Bergnamen wegen ihrer früheren Bedeutungslosigkeit eher jung sind und in vielen Fällen wegen einer leicht erklärbaren Ableitung einfach und ohne Rückgriff auf die Sprachwissenschaft gedeutet werden können.

Betrachten wir aber zunächst die verschiedenartigsten Schreibweisen des Schladminger Hausberges, wie sie in alten Karten, im Urbarium und im Grundkataster aufscheinen: Schladminger Käubling, Schladminger Kalbling, Schladminger Kaibling, Planai, Planei, Planay.
Während das Wort "Kaibling" eigentlich nur Verschreiber oder dialektische Unterschiede aufweist, ist die Vorsilbe von Planai unverändert. Da wir dem Gipfelnamen "Kaibling" allein schon im Ennstal dreimal begegnen, ist seiner Ableitung von "kahl" oder "kahler Berg" also nichts entgegenzusetzen. Die einheitliche Morphologie dieser nur wenig über die Waldgrenze hinausragenden Gipfel liefert dazu einen brauchbaren Beweis. Bei der Planai müssen wir schon vorsichtiger sein: Auch dieser Name begleitet uns quer durch die Alpen. Der Name ist abgeleitet von "planus" bzw. "planities" und bedeutet "ebene Fläche". Ortsnamen wie Plan, Planer, Planner, Plon, Ploner, Planetzen oder etwa der Name Planeil für ein kleines Dörfchen südlich des Reschenpasses gehen eindeutig in diese Richtung.

Wir haben es bei der Planai also ursprünglich nicht mit dem Gipfel des Schladminger Kaiblings zu tun, sondern wahrscheinlich nur mit dem östlich vorgelagerten flachen Almboden, also mehr einer großräumigen Flurbezeichnung! Dazu kommt aber noch etwas, worüber man nachdenken sollte: Während der letzten Eiszeit entstanden durch den Gletscher, der das Ennstal bedeckte, mächtige Seitenmoränen, denen wir heute noch in verschiedenen Höhenlagen sehr auffällig begegnen. Auf der Planai finden wir sie im Bereich von Bruckmoos (Schneeanlagenteich) und sehr ausgeprägt oberhalb des Quellbodens (Weltcupstart 1973). Diese Moränenterrasse am Nordhang des Schladminger Kaiblings, die bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts unter der Katasterbezeichnung
"Schladminger Alm" von Fastenberger Bauern beweidet wurde, bildet ebenfalls eine kleine ebene Fläche, sodass sich das "Planum" nördlich und östlich des Schladminger Kaiblings wie ein Ring um den Gipfel schließt. Der aufmerksame Beobachter findet noch heute Reste der einstigen Almhütten der Schladminger Alm.
Von diesem "Planum" mit einer Höhenlage von etwa 1650 -1750 Meter dürfen wir also mit Sicherheit den Namen Planai ableiten!
Weshalb aber schließlich der Name Planai in dieser Doppelbezeichnung den Sieg davon trug, erklärt uns schon der Einleitungssatz. Das einfache Wort mit der wohlklingenden Phonetik hat schon wegen der Konkurrenz zwischen Hauser Kaibling und Schladminger Kaibling den Sieg davon getragen.

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