Montag
20
May
Vormittag

Mittag

Nachmittag

Mehr ... Deutlich kühler und wechselhaft verläuft der Pfingstmontag.Immer wieder Schauer, in der Früh Schneefall sogar bis unter 2000 m herab.
Dienstag
21
May

Auch am Dienstag unbeständig mit Sonne, Wolken und ein paar Regen- bzw. Schneeschauern.
Mittwoch
22
May

Donnerstag
23
May

Pistenpräparierung
Die meisten Schneesportler bevorzugen eine homogene Piste mit möglichst wenig Schäden und Überraschungen wie Löcher oder Ansammlungen von weichem Schnee. Damit eine Piste den Eigenschaften der modernen Skis und Snowboards gerecht wird, muss der Schnee möglichst hart, jedoch nie eisig sein. Eisige Pisten werden nur im Rennsport auf hohem Niveau geduldet oder gar gewünscht.

Wie entsteht eine gute Schneesportpiste?
Zwei unterschiedliche Prozesse sind dafür verantwortlich, dass Schnee hart oder fest wird: der Gefrier- und der Sinterprozess. Der wahrscheinlich bekanntere Vorgang ist das Gefrieren: Wenn sich Schnee auf Null Grad Celsius erwärmt (z.B. durch Sonne oder Regen), fängt er an zu schmelzen. Kühlt sich das Schnee-Wassergemisch wieder ab, gefriert das Wasser und wird zu Eis. Je nach Menge des vorhandenen Wassers wird die Piste dadurch hart bis eisig. Diesen Gefrierprozess machen sich die Organisa-toren von Weltcuprennen oft zu Nutze: Einige Tage vor dem Rennen tränken sie den Schnee mit Wasser. Liegen die Temperaturen unter Null Grad, gefriert das Wasser zu Eis, und die Piste erreicht die gewünschte Festigkeit. Für Nichtrennfahrer sind diese Pisten aber schwierig zu bewältigen. Bei der Präparation der Pisten für den Breitensport ist darum nicht der Gefrierprozess (ausgenommen im Frühling), sondern der Sinterprozess entscheidend.
Schnee als Sintermaterial
Auch ohne Gefrieren kann Schnee fest werden. Bei trockenem Schnee (unter Null Grad) wachsen seine Körner an ihren Kontaktstellen zusammen. Diesen Vorgang nennt man “Sintern“. Er findet im Schnee immer statt, wird jedoch von einigen Einfluss-faktoren mitbestimmt. Die Hauptrolle spielt dabei die Temperatur des Schnees: Je nä-her sie bei Null Grad liegt, desto besser wachsen die Schneekörner zusammen, desto schneller sintert der Schnee. Zusätzlich beeinflussen Form, Grösse und Grössenvertei-lung der Körner den Sinterprozess. Für eine gute Sinterung sind mittlere bis kleinere, runde Körner in verschiedenen Grössen bis hin zum Staubkorn ideal. Die dadurch zahlreich vorhandenen Kontaktpunkte ermöglichen es den Körnern, an verschiedenen Orten zusammenzuwachsen – so erreicht der Schnee eine höhere Festigkeit. Dieser Prozess braucht jedoch Zeit. Damit eine Piste den Ansprüchen der Schneesportler mindest einen Tag lang standhält, benötigt der Pistenschnee rund acht Stunden Sin-terzeit. Diese Sinterzeit ist nach jeder Präparierungs- oder Pflegearbeit notwendig.
Was ist die Aufgabe der Pistenmaschine?
Wer schon einem Pistenfahrzeug hinterher gefahren ist, weiss, dass die Piste dort meistens weicher ist als vor dem Fahrzeug. Die Aufgabe der Pistenfahrzeuge ist nicht den Schnee zu härten, sondern ihn so vorzubereiten, dass er möglichst rasch und gut sintern kann. Das Räumschild des Fahrzeugs ebnet aus und bringt den von den Schneesportlern verschobenen Schnee wieder zurück. Die Raupen haben einen ge-wissen Verdichtungseffekt, die wichtigste Aufgabe jedoch hat die Fräse hinten am Fahrzeug. Durch das schnelle Drehen verkleinert die Fräse die Schneekörner, und es entsteht die für die optimale Sinterung gewünschte Korngrössenverteilung.

2 Stunden Sinterzeit 10 Stunden Sinterzeit
Eine Schneesportpiste benötigt eine durchschnittliche Sinterzeit von acht Stunden.
Wann soll die Piste präpariert werden?
Um den richtigen Zeitpunkt für die Pistenpräparation zu finden, sind folgende Fragen zu beantworten:
- Ist der Schnee trocken (im Hochwinter fast immer) oder ist er nass (vor allem im Frühling)?
- Kühlt sich der Schnee in den nächsten Stunden ab oder erwärmt er sich?
- Gibt es in den nächsten Stunden Niederschlag und wenn ja, wie viel?
Präparation von trockenem Schnee (unter Null Grad)
Da Schnee mindestens acht Stunden Sinterzeit braucht, ist der richtige Zeitpunkt für die Präparation am Vorabend. Der genaue Zeitpunkt hängt von der Dauer der Präpara-tionsarbeiten und vom Temperaturverlauf ab. Bei klarem Himmel kühlt sich der Schnee über Nacht ab. Somit muss die Piste möglichst früh nach Pistenschluss präpariert wer-den (Abb. 1).
Bei bewölktem Himmel hingegen erwärmt sich die Schneeoberfläche und es kann, solange die Sinterzeit von acht Stunden eingehalten wird, durchaus Sinn machen, mit den Präparationsarbeiten zuzuwarten und die Erwärmung des Schnees abzuwarten, denn Schnee mit höheren Temperaturen lässt sich besser bearbeiten als kalter Schnee (Abb.2).

Abb. 1: Bei klarem Himmel sinkt die Schneetemperatur während der Nacht. Der beste Zeitpunkt für die Pistenpräparation ist somit möglichst früh nach Pistenschluss, solange der Schnee noch „warm“ ist.

Abb. 2: Bei bewölktem Himmel, speziell wenn vorher der Himmel wolkenlos war, steigt die Schneetemperatur an. Der Präparationszeitpunkt kann unter Beachtung der Sinter-zeit nach hinten verschoben werden.
Präparation von nassem Schnee (hauptsächlich im Frühling)
Der beste Zeitpunkt für die Präparationsarbeiten von nassem Schnee ist ganz kurz vor seinem Gefrieren (Abb. 3). Wird der Schnee zu früh bearbeitet, kommt das Wasser an die Oberfläche und kann da zu einer Eisschicht gefrieren. Wird der Schnee erst gefräst, wenn er bereits gefroren ist, entstehen grosse Kornkonglomerate, die schlecht oder gar nicht sintern können.

Abb. 3: Nasser Schnee (z.B. im Frühling) muss kurz vor dem Gefrieren präpariert werden.
Präparation bei Niederschlag
Die oben ausgeführten Prozesse zeigen, dass eine feste, tragfähige Piste nur entsteht, wenn dem Schnee eine gewisse Zeit zum Sintern gewährt wird. Wird die Piste am Abend präpariert und fällt in der Nacht oder am Morgen danach etwas Neuschnee, kann der Pistenbetreiber nur zwischen zwei Möglichkeiten wählen, die beide unbefrie-digend sind: Entweder er lässt die Fahrzeuge in der Garage - dann werden sich die Gäste beschweren, weil die Pisten optisch nicht präpariert sind. Oder er bearbeitet den
Neuschnee am Morgen. So kann die Piste mangels Sinterzeit gar nicht fest werden und die Anforderungen der Skifahrer und Snowboarder kaum einen halben Tag erfüllen. Die Pistenpräparation bei Niederschlag bleibt also bis auf Weiteres eine unlösbare Herausforderung.
Referenz: Mathieu Fauve, Hansueli Rhyner, Martin Schneebeli; Pistenpräparation und Pistenpflege - Handbuch für den Praktiker







